Die WWF Eisbär Patrouillen

Am äußersten Ende des Eurasischen Kontinents in Ostsibirien, wo sich West und Ost begegnen, liegt Tschukotka. Das Leben in dieser Polarregion ist hart. Doch seit einigen Jahren müssen die Menschen dieses Landes gegen einen neuen, unsichtbaren, mächtigen Gegner kämpfen: den Klimawandel.

Vladilen Ivanovich Kavry aus dem Dorf Vankarem bestätigt: Das Eis bricht heute einen Monat früher auf als vor einigen Jahren. Die Eisbären brauchen das Seeeis, um Robben zu jagen. Ohne das Packeis schrumpft ihr Jagdrevier und die Eisbären werden zu einem Problem, weil sie in den Dörfern nach Futter suchen und oft Schlittenhunde angreifen. "Zehn Eisbären an einem Tag sind nichts Ungewöhnliches mehr, erzählt Vlad Kavry.

Schnelle Hilfe

Schnelle Hilfe tat Not. Die Bewohner von Vankarem wandten sich im Jahr 2006 an den WWF: Wie kann man die Eisbären von den Dörfern fernhalten? Die Idee der Eisbär-Patrouillen Umky-Patrol in der Sprache der Tschuktschen war geboren. Teams aus drei Männern kontrollieren seither die Küste. Sie schlagen in den Dörfern Alarm, wenn sich ein Eisbär nähert und treiben die Tiere mit langen Speeren zurück in die Wildnis. Wir können so das Leben von Bären und Menschen retten, sagt Vlad Kavry, der die WWF-Eisbär-Patrouille leitet. Auf diese Weise hilft der berühmte WWF-Pandabär seinen Vetter, den Eisbären, zu schützen.

Wilderer trachten dem König der Arktis außerdem nach dem Leben. Zwar ist die Jagd auf Eisbären in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion seit 1956 verboten. Geschätzte 200 Tiere geraten dennoch alleine in Ostsibirien vor die Flinte der Wilderer. Die Eisbär-Patrouille in Tschukotka soll das illegale Töten der gefährdeten Bären zumindest erschweren.

Darüber hinaus helfen die Bärenhüter in Tschukotka unser Wissen über das Leben der Eisbären und wie es sich verändert zu vertiefen. Der WWF bildet sie für die Feldforschung aus und stellt ihnen die nötigen Instrumente dafür zur Verfügung, wie Feldstecher, GPS, Funkgeräte, Fotoapparate oder Scheinwerfer. Regelmäßig begleiten Eisbärforscher aller Nationen die Patrouillen, um mehr über die Eisbärpopulation Ostsibiriens zu erfahren.

Auch den anderen gefährdeten Bewohnern Tschukotkas kommen die Eisbär-Patrouillen zu Hilfe. Den Walrossen zum Beispiel, die sich im Sommer an der Küste versammeln, um ihre Jungen aufzuziehen. Die dickhäutigen Meeressäuger sind sehr sensibel, weiß Kavry: Wenn Menschen den Walrossen zu nahe kommen, geraten sie in Panik. Im Gedränge einer Massenpanik können Tiere sterben. Zu unseren Aufgaben gehört daher auch, Menschen von den Walrosskolonien fern zu halten.

» Vlad Kavry im Interview



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Wussten Sie, dass...
bis auf die Nasenspitze und die Fußballen das Eisbärenfell den gesamten Körper bedeckt?
 
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